Schutzfolien verändern nicht das Aussehen einer Scheibe, sondern ihr Verhalten im
Schadensfall. Bricht das Glas, hält die Folie die Scherben im Verbund, statt sie durch
den Raum fliegen zu lassen. Je nach Ausführung erschwert sie zusätzlich das Eindringen,
schützt vor Kratzern und Farbschmierereien oder bewahrt Lack und Interieur.

Splitterschutz und Sicherheitsfolien

Der Unterschied zwischen den beiden liegt in der Dicke und damit in der Belastbarkeit.
Splitterschutzfolien binden die Scherben und verhindern Schnittverletzungen – der
klassische Fall bei Ganzglastüren, raumhohen Fenstern, Kindergärten und Schulen.
Sicherheitsfolien sind stärker aufgebaut und halten der Einwirkung länger stand.

Entscheidend für die Wirkung ist die Randanbindung: Die Folie muss
zusätzlich mit dem Rahmen verbunden werden. Ohne diese Verbindung wird bei einem Schlag
die gesamte folierte Scheibe aus dem Rahmen gedrückt – der Splitterschutz greift, der
Einbruchschutz nicht. Wer eine Sicherheitsfolie ohne Randanbindung verklebt, hat einen
Teil der Schutzwirkung verschenkt.

Zertifizierte Folien werden nach DIN EN 356 (Durchwurfhemmung) und
DIN EN 12600 (Pendelschlagversuch) geprüft. Achten Sie beim Kauf auf
diese Angaben – ohne Prüfnachweis ist eine Aussage zur Schutzklasse wertlos.

Einbruchschutz, der nicht zu sehen ist

Ein Großteil der Einbrüche beginnt mit dem Aufhebeln oder Einschlagen einer Scheibe. Was
dabei zählt, ist Zeit: Je länger der Versuch dauert, desto höher die Wahrscheinlichkeit,
dass er abgebrochen wird. Eine Sicherheitsfolie verlängert genau diese Zeitspanne, bleibt
dabei völlig transparent und lässt sich auf bestehende Verglasung nachrüsten, ohne die
Scheibe auszubauen. Gegenüber Gittern oder dem Austausch gegen Sicherheitsglas ist das
die deutlich günstigere Lösung.

Anti-Graffiti und Kratzschutz

Opferfolien schützen die Oberfläche darunter: Wird eine folierte Scheibe besprüht,
geritzt oder verätzt, wird nur die Folie ausgetauscht – nicht das Glas. Für
Schaufensterfronten, Aufzüge, Bahnhöfe und Ladenlokale rechnet sich das ab dem ersten
Schadensfall. Anti-Graffiti-Folie ist in der Regel die einzige Schutzfolie, die auch
außen verklebt werden darf.

Lackschutzfolie für Fahrzeuge

Paint Protection Film ist eine transparente Polyurethanfolie, die Lack vor Steinschlag,
Waschstraßenkratzern und Insektenrückständen schützt. Moderne Ausführungen sind
selbstheilend: Feine Kratzer verschwinden durch Wärme, etwa in der Sonne oder mit
Heißluft. Verklebt wird typischerweise auf Front, Motorhaube, Spiegeln und Ladekante –
also dort, wo der Lack am schnellsten leidet.

Sichtschutz und UV-Schutz

Sichtschutzfolien schirmen Bereiche gegen unerwünschte Einblicke ab, ohne den Raum
abzudunkeln. UV-Schutzfolien filtern über 99 % der UV-A- und UV-B-Strahlung und
verhindern das Ausbleichen von Ware, Möbeln und Böden – bei völliger Transparenz.

Häufige Fragen

Macht eine Schutzfolie die Scheibe unzerbrechlich?
Nein. Das Glas bricht weiterhin – die Folie hält die Bruchstücke zusammen und erschwert
den Durchbruch. Genau das ist der Sinn.

Sieht man die Folie?
Bei fachgerechter Montage praktisch nicht. Splitterschutz-, Einbruchschutz- und
UV-Folien sind klar.

Kann ich sie selbst anbringen?
Auf ebenen Flächen ja. Für die Randanbindung beim Einbruchschutz und für Lackschutzfolie
an gewölbten Karosserieteilen empfehlen wir die Montage durch einen Fachbetrieb – das
Material ist zu teuer für Lehrgeld.

Wie reinige ich sie?
Handelsüblicher Glasreiniger und ein weiches Tuch. Keine Scheuermittel, keine Klingen.